Verlag > Technische Sicherheit > Aktuell
   

News

05.12.2018

vfdb: Waldbrandgefahr wird bei uns unterschätzt!

Wald- und Vegetationsbrände müssen nach Auffassung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) dringend auch in Deutschland als Risikopotenzial erkannt und akzeptiert werden. vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner betonte im Vorfeld einer in der vergangenen Woche vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV) einberufenen „Waldbrandkonferenz“ in Berlin, dass nicht zuletzt der zurückliegende Sommer gezeigt habe, dass auch der vfdb sich verstärkt mit dem Thema beschäftigen müsse. Auch hierzulande sei davon auszugehen, dass die Gefahr angesichts des Klimawandels weiter zunehme. Die deutschen Feuerwehren seien aber für die Waldbrandbekämpfung unzureichend ausgebildet.

Laut Aschenbrenner müssen sowohl wissenschaftlich als auch konzeptionell Strategien zur Vermeidung und Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden entwickelt oder ergänzt werden. Dazu schlägt die vfdb ein Stufenmodell vor, das Ziele und Orientierung für die Maßnahmenplanung geben soll. Für dringend notwendig hält die vfdb so genannte EU-Module – einheitliche europäische Einsatzeinheiten mit definierten Kapazitäten und Fähigkeiten zur Waldbrandbekämpfung. Jedoch sollte der Aufbau solcher EU-Module nicht erst im Notfall, sondern bereits im Vorfeld aufgebaut werden. Ausrüstung und Ausbildung sollten einem europäischen Land entsprechend, und Abläufe müssten vorher bei EU-Übungen erprobt werden. Zudem muss die Logistik ausgereift sein.

Auf internationaler Ebene sei die Ausstattung, Organisation und Ausbildung deutscher Feuerwehren für die Aufstellung von europaweit einsetzbaren EU-Modulen zur Waldbrandbekämpfung derzeit nicht ausreichend. „Zwar ist die technische Ausstattung mit Führung, Logistik und Löschfahrzeugen im Prinzip vorhanden, sie muss aber den Gegebenheiten eines EU-Einsatzes angepasst werden“, erläutert der vfdb-Präsident. Handlungsbedarf besteht auch auf nationaler Ebene: Die vfdb gibt zu bedenken, dass Waldbrände schnell Dimensionen erreichen können, die eine bundeslandübergreifende Koordination und Unterstützung erforderlich machen. Die Verbesserung der Fähigkeiten müsse daher auf allen Ebenen – Kommunen, Länder und Bund – erfolgen.

Die vfdb werde das Thema, zu dem es eine enge Zusammenarbeit mit @fire – Internationaler Katastrophenschutz e.V. – bestehe, in Forschung und Entwicklung unter Einbeziehung aller Akteure intensiv weiter begleiten.

www.vfdb.de



IMPRESSUM  |  DATENSCHUTZ  |  © SPRINGER-VDI-VERLAG 2018