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20.01.2020

Weil Waldbrände vor Grenzen nicht haltmachen

Lange Zeit galt der regenreiche Harz als fast immun gegen Waldbrände. Doch In den letzten beiden Jahren hat sich die Situation dramatisch verändert. Damit die Region bestmöglich auf den Ernstfall vorbereitet ist, trafen sich Expert/inn/en und Vertreter/innen des Niedersächsischen Innenministeriums und der betroffenen Landkreise aus den Bereichen Forst, Brand- und Katastrophenschutz auf Initiative der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) zum ersten „Brandschutzforum Harz“ an der Fakultät Ressourcenmanagement in Göttingen.

Wo früher von Brandgefahr keine Rede war, herrschte 2018 und 2019 große Trockenheit. Von der Dürre geschädigte Bäume fielen dem Borkenkäfer zum Opfer, Moore fielen trocken. Durch Stürme, Trockenheit und Käferbefall gibt es eine Menge Totholz, das einem möglichen Feuer viel Nahrung böte. Schon in den letzten Jahren gab es mehrere kleinere Waldbrände im Harz. Dass es nicht schlimmer gekommen ist, sei reines Glück gewesen, glaubt Forstwissenschaftlerin Prof. Dr. Bettina Kietz. Sie lehrt an der HAWK unter anderem in den Bereichen Forstnutzung und Holzernte.

„Man hat nicht das Gefühl, dass die letzten beiden Sommer ein Jahrhundertereignis waren“, erklärt Kreiswaldbrandbeauftragter Oliver Glaschke. Eher würden Hitze und Trockenheit im Harz zur Normalität werden. „Das sind Gefahren, die wir früher nicht kannten. Der Klimawandel schlägt bei uns im Wald voll durch.“ Glaschke hofft, dass das Forum alle Teilnehmer/innen noch einmal für das Thema sensibilisiert und sich die Zusammenarbeit über Landkreis- und Ländergrenzen hinweg verbessert. „Wir brauchen einen gemeinsamen Schubladenplan, damit man einen Waldbrand vernünftig bekämpfen kann.“

Aber auch die Prävention durch Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung ist ein Thema für die Verantwortlichen. Die Waldbrände 2018 und 2019 waren alle menschengemacht. Das Problem ist nicht selten ein verantwortungsloser Umgang mit Feuer, weiß auch Kietz: „Im Nationalpark gibt es immer wieder Leute, die Wildlife für sich erleben wollen, dort übernachten und sich eine Feuerstelle machen.“

Um aus dem ersten Treffen möglichst bald konkrete Maßnahmen zu machen, wollen sich die Teilnehmer/innen des Forums nun regelmäßig austauschen. Die Verantwortung dafür hat Dennis Dorn, Fachdienstleiter Ordnung Verkehr und Bevölkerungsschutz beim Landkreis Goslar, übernommen. Dort soll auch das nächste Treffen stattfinden.

Weitere Informationen unter www.hawk.de





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