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09.08.2019

Richtig unterweisen – sicher arbeiten

Eine Gefährdungsbeurteilung ist Voraussetzung für sicheres und gesundes Arbeiten. Mit ihr lassen sich Gefahren bei der Arbeit erkennen und vermeiden. Eine logische Konsequenz aus der Gefährdungsbeurteilung und wichtiger Baustein im Arbeitsschutz sind Unterweisungen. Dr. Evelyn Zingrefe, Dozentin für Arbeitsschutzorganisation bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), erklärt im Interview, worauf die Verantwortlichen im Betrieb achten sollten, wenn sie die Beschäftigten über die bei ihrer Tätigkeit auftretenden Gefährdungen und sicherheitsgerechte Verhaltensweisen unterweisen.

Was ist bei betrieblichen Unterweisungen zu beachten?
E.Z.: Zuerst sollten immer folgende Fragen berücksichtigt werden: Welche Gefährdungen gibt es im Arbeitsbereich der zu Unterweisenden? Was kann passieren? Und wie kann man sich schützen? Außerdem ist die Zielgruppe entscheidend: Neue Betriebsangehörige benötigen bei Arbeitsschutz-Unterweisungen beispielsweise mehr grundlegende Informationen zu betrieblichen Besonderheiten als erfahrene Beschäftigte.

Wie können Unterweisungen ansprechend gestaltet werden?
E.Z.: Damit Unterweisungen nachhaltig sind und nicht zu langweiligen Pflichtveranstaltungen werden, ist eine systematische Vorbereitung entscheidend. Unterweisende sollten sich daher stets fragen, was sie vermitteln wollen und wie sie die Beschäftigten erreichen. Interesse wecken, erklären, überzeugen, vormachen, einüben lassen und den Erfolg kontrollieren sind wichtige methodische Bausteine im Rahmen eines Unterweisungskonzeptes.

Haben Sie konkrete Beispiele?
E.Z.: Eine gute Wirkung erzielt man, wenn Beschäftigte gemeinsam über ein Thema sprechen und im Dialog miteinander Lösungen finden. Das fördert die Eigenverantwortung. Auch Fragen sind ein geeignetes Mittel, um Interesse zu wecken und den Nutzen von Unterweisungen hervorzuheben: Was gehört zur Sichtkontrolle am Stapler? Wofür dient diese Sicherung? So werden Diskussionen angeregt, aus denen sich viel Optimierungspotenzial ableiten lässt.

Nun zu den Pflichten: Wie oft müssen Beschäftigte unterwiesen werden?
E.Z.: Unterweisungen müssen grundsätzlich immer vor der Aufnahme einer neuen Tätigkeit durchgeführt werden. Das gilt bei Neueinstellungen ebenso wie beim Arbeitsplatzwechsel oder bei der Einführung neuer Verfahren, Maschinen und Arbeitsmittel. Auszubildende sind halbjährlich zu unterweisen, alle anderen Beschäftigten mindestens einmal im Jahr.

Wer führt die Unterweisungen durch?
E.Z.: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben die gesetzliche Pflicht, ihre Beschäftigten über den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz während der Arbeitszeit zu unterweisen. Dies ist angemessen zu dokumentieren, indem der jeweilige Betriebsbereich, Datum und Inhalt der Unterweisung sowie die Namen der Unterwiesenen sowie Unterweisenden Personen belegt werden.

Weitere Informationen zum Thema:
Praxishilfen: www.bghm.de, Webcodes 208 und 616
Unterweisungshilfen: www.bghm.de, Webcode 404



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