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11.12.2017

Neue Leiternorm soll Unfällen vorbeugen

Zum 1. Januar 2018 tritt die überarbeitete Leiternorm DIN EN 131 in Kraft, mit neuen Vorgaben, die die Standfestigkeit von Leitern verbessern sollen. Mangelnde Standfestigkeit ist die häufigste Unfallursache beim Einsatz von Leitern. Die neuen Richtlinien betreffen vor allem Unternehmen, die Anlege- und Mehrzweckleitern verwenden.
Unfallursachen können durch mangelnde Standfestigkeit oder mangelnde Eignung für die entsprechende Tätigkeit entstehen. Laut der Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen der DGUV gab es 2016 insgesamt knapp 23 700 meldepflichtige Unfälle, die im Zusammenhang mit Leitern stattfanden. Fast 90 % der Unfälle sind auf die mangelhafte Standsicherheit zurückzuführen. Die überarbeitete Norm soll dafür sorgen, dass diese Gefahrenquelle bereits bei der Herstellung minimiert wird.
Die wichtigste Änderung der neuen Leiternorm betrifft alle tragbaren Anlegeleitern mit einer Leiterlänge von über drei Metern. Diese müssen in Zukunft eine größere Standbreite aufweisen, entweder durch eine Quertraverse oder durch eine sogenannte konische Bauweise. Doch nicht nur die Standsicherheit wird durch die Norm überarbeitet. In Zukunft werden die Leitern in zwei Nutzungsgruppen unterteilt: Leitern für den gewerblichen und Leitern für den privaten Gebrauch. Ältere Leitermodelle, die nicht der aktuellen Norm entsprechen, können weiterverwendet werden, wenn deren Sicherheit für den entsprechenden Arbeitsauftrag gewährleistet ist.
Alle Betriebe müssen Gefährdungsbeurteilungen ihrer Arbeitsmittel erstellen. Falls die Standsicherheit der Leitern nicht gewährleistet ist, sollten diese mit einer Traverse nachgerüstet werden. Für die Prüfung muss das Unternehmen Personen beauftragen, die durch Ausbildung, Berufserfahrung und Schulung das Knowhow haben, um den Zustand einer Leiter richtig beurteilen zu können.

www.dguv.de



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