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27.11.2017

Kontrollen von Gabelstaplern und Kranen in Risikobetrieben in Nordrhein-Westfalen

Landesweite Gabelstapler- und Kran-Kontrollen liefen vom 6. bis zum 10. November 2017 im Rahmen der Überwachungsaktion „Woche des Arbeitsmittels“. Der staatliche Arbeitsschutz NRW überprüfte über 300 Betriebe, um festzustellen, ob die gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz von Gabelstaplern und Kranen eingehalten werden. In vier von fünf Betrieben wurden offensichtliche Mängel festgestellt. In jedem dritten Betrieb waren die Mängel so schwerwiegend, dass die betreffenden Arbeitsmittel (55 Gabelstapler, 53 Krane, 75 sonstige Geräte) stillgelegt werden mussten.
Die Auswertung für die insgesamt 329 überprüften Betriebe liegt nun vor: 269 Arbeitgeber sind ihren gesetzlichen Pflichten nicht nachgekommen. In 122 Fällen wurden gravierende technische Mängel festgestellt, weil Arbeitsmittel schlecht gewartet sind und der Arbeitgeber seiner Verpflichtung zur Instandhaltung nicht nachgekommen ist. In jedem zweiten Betrieb (174 Betriebe) gab es Verstöße, bei denen Bußgeldverfahren eingeleitet wurden. Die Arbeitsschützer fanden verschlissene Reifen, defekte Sicherheitseinrichtungen oder fehlende Not-Halt-Schalter vor. In 263 Fällen wurden Gabelstapler oder Krane von Beschäftigten bedient, die nicht angemessen vom Arbeitgeber über mögliche Gefahren unterwiesen wurden. 183 Arbeitsmittel mussten stillgelegt werden, da sie eine potenzielle Gefahr für die Beschäftigten darstellten.
In 83 Betrieben wurden darüber hinaus weitere gravierende Arbeitsschutzmängel festgestellt. So wurde beispielsweise in einem Fall ein Druckbehälter aus dem Verkehr gezogen, der seit über zehn Jahren nicht geprüft wurde und von dem eine akute Gefahr für die Beschäftigten ausging.
In allen fünf Regierungsbezirken wurden gezielt die Betriebe aufgesucht, die schwere Lasten bewegen (z. B. Logistik, Transport, Baugewerbe, Metallverarbeitung) und über ein erhöhtes Unfallrisiko verfügen. Gabelstapler und Krane sowie die sogenannten Anschlagmittel (Ketten, Seile und Hebebänder) sind laut Statistik „besonders unfallträchtig“: Durchschnittlich sterben jedes Jahr landesweit fünf Menschen bei Arbeitsunfällen, die im Zusammenhang mit Gabelstapler- oder Kran-Einsätzen stehen. Allein die Zahl der meldepflichtigen Unfälle mit diesen Arbeitsmitteln liegt in Nordrhein-Westfalen bei über 2 500 jährlich.
Die „Woche des Arbeitsmittels“ soll die Unternehmen für die Gefahren beim Einsatz bestimmter Arbeitsmittel sensibilisieren. Die Kontrollen sollen dazu beitragen, dass die Arbeitgeber ihren arbeitsschutzrechtlichen Pflichten nachkommen.

www.lia.nrw.de



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