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Technische Sicherheit - Ausgabe 10/2012

Kollektives Sicherheitsversagen

Vom Managementverhalten induzierte Common-Mode-Fehlersituationen in Industrie und Politik

Seit Jahren setzt sich zunehmend der Trend durch, Entscheidungsgrundlagen als Leitlinien für Führungsverhalten nur noch auf ganz wenige Prinzipien zu gründen. Eine ist die sofortige Kostendeckung des augenblicklichen Tuns und die andere, in der Wirtschaft möglichst hohe Gewinne mit der augenblicklichen Vorstandschaft zu erzielen. Heute etwas zu tun, was nur den nachfolgenden Generationen das Leben erleichtert, lässt sich wirtschaftspolitisch faktisch kaum durchsetzten. Management in Politik und Wirtschaft richtet sich hauptsächlich auf den Erfolgsbeweis der eigenen Verantwortungsperiode. Es gibt zwar viele Lippenbekenntnisse zur Nachhaltigkeit aber selten wirksame Taten. Durch diese Entwicklung ändert sich die sicherheitstechnische Situation zunehmend in negativer Richtung. Sie erzeugt kollektive Risiken neuer Art, die zum Teil gewollt übersehen, aber zunehmend wirksam werden. Durch die Entscheidungsdominanz der Controllervorstände entsteht eine überwunden geglaubte Common-Mode-Fehlersituation – nur hier durch das Spitzenmanagement verursacht, statt durch technische Mangelhaftigkeit. Common-Mode-Fehler spielten zu Anfang der Systemanalyse und industrietechnischer Entwicklung eine bedeutende Rolle. Unter anderem werden in redundanten Systemen unbeabsichtigt durch Gemeinsamkeiten Komponenten verbunden, sodass das System die Redundanz verliert. Die heutige Situation ist durch gleichartige Optimierungsweisen des Managements gekennzeichnet, die Common-Mode- und Common-Cause-Situation promovieren. Anhand von analysierten Fällen aus Sicherheit (safety) und Sicherung (security) wird nachfolgend die Situation verdeutlicht.

Autor(en):
Hartwig, S.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Technische Sicherheit 10/2012, Seite 26-31
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